PRESSE

 

Quelle: Wasserburger Zeitung 29./30.09.2018


Quelle: Wasserburger Zeitung 29./30.09.2018


Quelle: Wasserburger Zeitung vom 18.09.2018


Bericht in dem aktuellen „InnHügelLand Magazin“ Juli bis Oktober 2018

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Quelle: Wasserburger Zeitung 02./03.06.2018

 


Quelle: Wasserburger Zeitung, 08.05.2018


März 2018, Trostberger Tagblatt


Gelungener Abschluss bei der Theatergemeinschaft

- Schnaitsee -

Über 70 Ensemblemitglieder der Schnaitseer Theatergemeinschaft trafen sich in der „Schereria“ des großen Vereinsgönners Georg Scherer in Trostberg. Dabei wurde beim Brunch eine äußerst erfolgreiche Bilanz des letzten Theaterstücks „Der Münchner im Himmel und in der Hölle“ gezogen.

Nach dem Dank an alle Teilnehmer, ob auf oder hinter der Bühne, durch den Vorsitzenden Thomas Schachner blickte Josef Unterforsthuber auf die ereignisreiche Zeit im Sommer zurück. Schon die Proben im Festsaal beim Schnaitseer „Wirth“, den Andreas Lauber kostenlos zur Verfügung gestellt hatte, zeigten, dass alle Spieler heiß auf die Auftritte im historischen Gutshof in Baumburg sind. Auch die Musiker unter der Leitung von Wolfgang Kinzner sowie die Bühnen- und Maskenbildner waren wie immer Garanten für den Erfolg. Dr. Arnold Böhm malte, was das Zeug hielt, und produzierte kunstvoll die „Linie 8“, den Himmel und die Hölle auf die Leinwand. Diese Bilder sorgten bei den Zuschauern schon beim Eintritt in den Gutshof für ein Aha-Erlebnis. Auch die Gäste spielten mit und strömten in den Gutshof. Leider musste die Premiere wetterbedingt nach dem ersten Akt abgebrochen werden und auch die erste Freitagsvorstellung stand unter denkbar ungünstigen Witterungsverhältnissen. Alle Besucher dieser beiden Vorstellungen erhielten freien Eintritt für eine spätere Vorstellung. Und so war auch der Zusatztermin ausverkauft. Regisseurin Romy Kinzner erinnerte an besonders im Gedächtnis gebliebene Episoden. Erfrischend war die Lockerheit aller Mädels, die im Himmel und in der Hölle ihr Bühnendebüt gaben. Dafür erhielten sie von ihren älteren Kollegen einen Extraapplaus.

Eine weitere Episode brachten die Schauspieler Romy Kinzner, Elisabeth Lamprecht, Christian Westner, Meinrad Reiter und Walter Herbst in einem kurzen Stück in der „Schereria“ zur Aufführung. Der wetterappgestresste Vorsitzende Thomas Schachner (gespielt von Christian Westner), der zudem die Hauptrolle innehatte, kämpfte sich mit dem völlig wetteruninteressierten und in sein Vorverkaufsbuch vertieften Regisseur „Ufo“ (Meinrad Reiter) herum. „Zefix Halleluja, Luja sog i“ ging er mit seiner Wetter-App und dem Ufo hart ins Gericht. Da kamen ihm die Vertreter aus Himmel (Romy Kinzner) und Hölle (Elisabeth Lamprecht) und auch die Stimme von ganz oben (Walter Herbst) zu Hilfe, aber am Ende lud er sich eine weitere Wetter-App und noch eine App und eine Regenradar-App und eine Bewölkungs-App herunter „Und so steht er heute noch im Baumburger Gutshof und lädt App um App herunter.“ Großer Applaus dankte den Schauspielern für ihr erfrischendes Spiel.

Zum Schluss wies Schachner noch auf die Aufführung des Martinspiels am 8. November um 18 Uhr in der Schnaitseer Pfarrkirche hin. Sieben junge Schauspieler der Theatergemeinschaft zeigen die Legende des heiligen Martin. ju

Während Vorstand Schachner (Christian Westner, rechts) sich auf einer App nach der anderen um belastbare Wetterprognosen bemühte, ist Regisseur „Ufo“ (Meinrad Reiter) in sein berühmtes schwarzes Buch vertieft. Foto: Unterforsthuber


Quelle: Wasserburger Zeitung, 10.07.2017


Quelle: Wasserburger Zeitung, 11.05.2017


Boandlkramerblues 2017

Toller Abschluss nach dem „Boandlkramerblues“

60 Beteiligte feierten in Gallenbach – Äußerst positive Kritik des Autors

Schnaitsee (ju)
Den Schnaitseer Theatermachern ist mit der Inszenierung des Stücks vom „Boandlkramerblues“ wieder ein echtes Meisterstück gelungen. Rund 3000 Besucher kamen teilweise von weither um das Stück aus der Feder von Roland Beier zusehen. Wenige Wochen nachdem der letzte Vorhang gefallen war, trafen sich über 60 beteiligte Schauspieler, Bühnen- und Maskenbildner, Techniker, der Souffleur, der Requisiteur und natürlich Regisseure im Gasthaus in Gallenbach zum Frühstück. Hier hielt Romy Kinzner noch einmal einen Rückblick auf die sehr gut verlaufene Spielzeit. Besonders freute sie das sehr positive Urteil des Autors Roland Beier. Er hatte die Schnaitseer Inszenierung hoch gelobt und bestätigt, dass es die Reife einer Bühne zeigt, wenn ein Stück so perfekt an die eigenen Gegebenheiten angepasst wird. „So wie ihr das gespielt habt ist Spitzenklasse. Ich freu mich sehr, dass bei euch in Schnaitsee das Stück so gut angekommen ist.“ Natürlich hatte Kinzner auch einen selbst geschriebenen Rückblick mit fast ausschließlich Lob und praktisch ohne Tadel mit dabei. Sie lehnte den bericht an die denkwürdige Beerdigungs-Ansprache des Pfarrers (Christian Westner) im Rahmen der Aufführung an. So konnte sie dem „Boandkramerblues“ in Würde in den Annalen der Theatergemeinschaft begraben.

Jetzt steht alles schon im Zeichen dem „Münchners im Himmel und in der Hölle“.
Im Juli wird dieses Schnaitseer Erfolgsstück im Rahmen des Baumburger Kultursommers im historischen Gutshof aufgeführt. Regisseur Josef Unterforsthuber stellte die Besetzung und den Probenplan vor. Bereits am 2. April starten die Vorbereitungen. In gemütlicher Frühstücksrunde wurden schon Planungen für den Bühnenbau und die Gesamtinszenierung gemacht. Unterforsthuber betonte, dass bei diesem Stück wieder alle Kräfte gefragt sind. „Alle müssen zusammen helfen um wieder einen Erfolg gewährleisten zu können. Nicht nur die Spieler, sondern auch alle anderen, die diesmal nicht zum Ensemble gehören werden in Baumburg gebraucht.“
Bis weit nach Mittag zog sich das Frühstück in planenden Gesprächen hin und die Schnaitseer Theaterer können frohen Mutes auf die Aufführungen in Baumburg schauen. Noch dazu, weil Romy Kinzner die Mächte und Ratschläge des Himmels, die Alois Hingerl nach Schnaitsee bringen wird, beschwörte.

Der Autor des letzten Erfolgsstückes „Boandlkramerblues“ Roland Beier (zweiter von links) beglückwünschte die Schnaitseer Regisseure Elisabeth Lamprecht (links), Romy Kinzner und Josef Unterforsthuber zur perfekten Inszenierung.


Boandlkramer grooved Schnoatsee

Spektakuläres Theater mit Paradies, Friedhof, skurrilen Szenen und viel Spaß

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Wenn sich am Samstag, 7. Januar, um 20 Uhr der Vorhang zur Premiere der Schnaitseer Theatergemeinschaft öffnet, können sich alle Besucher sicher sein, dass sie wieder ein besonderes Spektakel erwartet. Roland Beier, der Regisseur und Autor der Münchner Volkssängerbühne, hat mit dem neuen Stück ein Werk geschaffen, das seit der Premiere Anfang 2015 bereits bei mehreren Bühnen für Furore gesorgt hatte.

Und wer die Schnaitseer Theatermacher kennt, kann sich sicher sein, dass nichts normal ist, sonders alle Details noch einmal auf die Schnaitseer Verhältnisse zugeschnitten sind. „Der Boandlkramerblues grooved Schnoatsee“ ist kein leeres Versprechen, sondern wird in eindrucksvoller Weise in die Tat umgesetzt. Dafür sorgen auch die neuen Ensemblemitglieder bei der musikalischen Gestaltung. Korbinian Kebinger bringt in die vorgegeben Noten seinen eigenen Stil ein und sorgt mit den Musikern allein schon für ein tolles Vergnügen beim Zuhören.

Dieses Vergnügen garantieren aber auch die Schauspieler. Vom sehenswerten Trauerzug am Anfang, bis hin zu denkwürdigen Traueransprachen, einem boarischen Boandlkramer, der alles andere als zielsicher bei seinen Delinquenten ist, bis hin zu einem Paradies, das auch nicht mehr so ist. Wie man es sich landläufig vorstellt.

Die Seelen werden per Flasche in den Himmel befördert, der Flascheneinfüllautomat ist ständig kaputt, die Engel schauen eher aus wie gefiederte Zombies und Petrus steckt in der Warteschleife der Notruf-Hotline. Da muss der händische Hausmeister Lazarus her, der gleich mit der Motorsäge anrückt. In diesem Himmel will der Birnbacher, der eigentlich immer sterben will, weil er im Alter keinen mehr zum Kartenspielen hat, auf gar keinen Fall.

Zu einem fröhlichen Wiedersehen treffen sich zum Finale alle wieder glücklich vereint im Paradies…

Dazu sorgen die einzelnen Szeneneffekte für Überraschungen und tragikomische Heiterkeit.

Wer sich diesen „Boandlkramerblues“ nicht entgehen lassen will, kann sich noch Plätze für die Aufführungen am Samstag,7., Freitag, 13., Samstag, 14., Sonntag, 15., Freitag, 20., Samstag, 21., Sonntag, 22., Freitag, 27., Samstag, 28., Sonntag, 29 Januar, sowie am Donnerstag, 2., Freitag, 3. und Samstag 4. Februar reservieren.

Die Aufführungen an des Sonntagen beginnen um 19 Uhr, ansonsten um 20 Uhr. Auch für den Seniorennachmittag am Freitag, 6. Januar, 14 Uhr, sind noch Restplätze frei. Reservierungen nehmen Andrea Emmerer, Telefon 08074/8465, und Josef Unterforsthuber, 08074/9158075 oder 0171-6558154, entgegen oder können unter www.theatergemeinschaft-schnaitsee.de getätigt werden. Die Aufführungen finden im Festsaal beim Schnaitseer Wirth statt.

Die Bewirtung hat der TSV Schnaitsee mit seinem bewährten Team übernommen.

Foto oben: Der Boandlkramer (Peter Mühlberger) steckt im Flascheneinführkanal fest. Da kommt Lazarus (Thomas Schmidinger) schon mit der Motorsäge. Schrecken pur bei Petrus (Walter Herbst, von links) und den Engeln (Franziska Edlmann, Patrick Konhäuser, Sabrina Seidl und Angelika Sewald-Löffelmann).

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Vor der süffisanten Ansprache des Pfarrers (Christian Westner) findet der Gang der Trauergesellschaft durch die Aussegnungshalle als raffiniertes Schattenspiel statt.

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Beim sehenswerten „Tanz der Engel“ wir ein Paradies präsentiert, wie man es sich trister nicht vorstellen könnte.

 

 

 

 

 

 

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Der Birnbacher (Meinrad Reiter, von links) wagt einen Blick ins Paradies mit Erzengel Gabriel (Martin Oberbauer), Petrus (Walter Herbst), seiner verstorbenen Frau Margret (Roswitha Behr), dem Boandlkramer (Peter Mühlberger), Lazarus (Thomas Schmidinger) und den Engeln (Franziska Edlmann, Patrick Konhäuser, Sabrina Seidl, Max Herbst, Angelika Sewald-Löffelmann und Katharina Kneissl).

Quelle: Wasserburger Stimme


Boandl-Blues

Quelle: Trostberger Tagblatt, 10./11.12.2016


Bayerische Theaterraritäten in Schnaitsee

Ludwig Thoma, Karl Valentin und Georg Lohmeier warten auf ihre Zuschauer

Von Josef Unterforsthuber

17. Dezember 2015. Ein ganz neues Projekt startet die Schnaitseer Theatergemeinschaft für die diesjährige Spielzeit. Die Theatermacher gehen einen vollkommen neuen Weg und sammelten seit geraumer Zeit Raritäten und Spezialitäten von bayerischen Schriftstellern und Volkssängern. Die vielen gesammelten Szenen und Einakter wurden von den Regisseuren Elisabeth Lamprecht, Romy Kinzner und Josef Unterforsthuber analysiert und bearbeitet. Nach vielen Stunden intensiver Sichtung kristallisierte sich ein Programm mit echten boarischen Schmankerln aus den letzten 100 Jahren heraus. Im Verlauf des Theaterabends beim Schnaitseer „Wirth“ kommen „Die Brautschau“ von Ludwig Thoma, „Der Firmling“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt und der „Der Pfarrergockl“ von Georg Lohmeier aus seinen Amtsgericht-Geschichten auf die Bühne. Dabei war es den Theatermachern sehr wichtig, auch ein Lohmeier-Stück mit einzubauen. Der heuer verstorbene Schriftsteller war 2005 in Schnaitsee zu Gast und schrieb 2011 trotz seines hohen Alters noch eine Episode von der Fernsehfassung für die Schnaitseer um. In einem Nachruf mit einigen markanten Sprüchen Lohmeiers wird des boarischen Originals gedacht. „Zwoa Quadratmeter g’langen auf d’Letzt, a so is am Menschen aufgesetzt; drum woas i nix Bessers, nix Feiners, wiar a frische Maß Bier und a Schweiners.“

Verbunden werden die Stücke mit kurzen Humoresken und Liedern aus 100 Jahren bayrischer Volkskunst. Wie die ersten Proben zeigten, können sich die Besucher auf ein Feuerwerk an urkomischen Szenen freuen. „Es muss ein Sonntag g’wesen sein, ein Tag von hellem Sonnenschein, es war ein Glückstag ganz gewiss, wia unser Bayernland entstanden is“ – diesen Satz aus dem Lied vom Kraudn Sepp stellen die Schnaitseer Theaterer als Grundsatz vor ihren boarischen Raritätenabend. Dabei wird nicht nur am Sonntag gespielt, sondern insgesamt 15 Mal im Januar 2016. Und wenn alle Stücke über die Bühne gegangen sind, wird mit dem „Bayerischen Bier“ auf dieses echt-boarische Theater-Erlebnis angestoßen: „Des is des guate, echte, g´süffige, g´schmackige, ewige boarische Bier.“

Spieltermine sind am 2., 5., 8., 9., 10., 14, 15., 16., 22., 23., 24., 28., 29. und 30. Januar jeweils um 20.00 Uhr, sowie am Mittwoch 6. Januar um 14.00 Uhr als ermäßigte Aufführung für die Jugend und für die Senioren. Da dieser Nachmittag erstmals, ebenso wie die Abendvorstellungen, nur bestuhlt und ohne Tische ist, können auch dafür die Plätze reserviert werden. Reservierungen nehmen ab sofort Andrea Emmerer 08074-8465 und Josef Unterforsthuber 08074-9158075  entgegen.

Bei allen Aufführungen, auch am Nachmittag, ist der Saal ausschließlich bestuhlt. Im Foyer werden Getränke und Snacks gereicht. Es besteht die Möglichkeit, vor den Aufführungen in der Gaststube ein Abendessen einzunehmen.


Die Mutter aller Rock-Opern – so ein Spaß!

Theatergemeinschaft Schnaitsee mit Ambros’ „Watzmann“ beim Baumburger Kultursommer: Ein saukomisches Drama

Von Andreas Falkinger

26. Juli 2014. Es ist ein Drama, mit allem Drum und Dran: Generationskonflikt und Sex. Tyrannei und Todesfälle. Touristik-Brauchtum und Musikantenstadl. ‘S Lebn is hart in de Berg, eines der härtesten gar. Und entbehrungsreich, ein ständiges Auf und Ab. Das pralle, das volle, das schöne, das greislige Leben. Ein Drama, ein saukomisches Drama, huraxdax, pack’s bei da Hax. Die Theatergemeinschaft Schnaitsee lässt’s wieder mal krachen. So ein Spaß!

Gebirglerisch ist’s: Der Watzmann ruft, und die Leut kommen in Scharen, und zwar zum Kultursommer auf den Baumburger Berg, weil die vermutlich höchstgelegene Theatergemeinschaft des Chiemgauer Voralpenlandes ihre Version des Klassikers von Wolfgang Ambros, Manfred Tauchen und Joesi Prokopetz spielt. Tatsächlich, es ist ihre Version. Die Regisseure Josef Unterforsthuber, Romy Kinzner und Monika Kinzner haben eingegriffen in die Handlung, haben die dramaturgischen Murenabgänge des Originals weggeräumt und dazugeschrieben, wo’s dem Fortgang der Geschichte förderlich ist. In höchster Vollendung natürlich, wir sind ja oben aufm Berg.

SzeneMusical und Rustical wurde „Der Watzmann ruft!“ schon genannt. Doch das ist zu bräsig, zumindest wenn die Schnaitseer in Aktion sind. „Rock“ heißt ja auch Fels. Eben. Da brauchen wir gar nicht lang um den heißen Stein rumzureden: Dieser „Watzmann“ ist schlicht die Mutter aller Rock-Opern. So wie das Ensemble den historischen Gutshof zu Baumburg rockt, geht’s drunter schon mal gar nicht. Wobei’s natürlich drunter und drüber geht.

„Ensemble“ ist auch gut. Schnell entsteht bei der Premiere der Eindruck: Das halbe Dorf ist auf den Beinen, mindestens. Der Sportverein organisiert den Ausschank, der Musikverein bringt das Publikum schon eine Stunde vor der Aufführung auf Betriebstemperatur, die Trachtler sind dabei – und natürlich die knapp 50 Theaterer auf und hinter der Bühne. Im Baumburger Gutshof wird Schnoatsingerisch geredet und gespielt. Die Band ist nicht Ambros’ No. 1 vom Wienerwald, aber auf alle Fälle die No. 1 zwischen Fernsehturm und Auermühlbach, mindestens. Da geht was, wenn die Schnaitseer ausrücken.

Was das Stück betrifft, sind sie Ambros gegenüber klar im Vorteil. Der weiß zwar, dass Schifoan des leiwandste is, was man sich nur vorstellen kann, und dass es der Hofer war vom Zwanzgerhaus. Aber warum der Watzmann ein Schicksalsberg ist, das erklärt er nicht. Kann er nicht wissen. Die Schnaitseer kennen die Sage – und bringen sie als Prolog auf die Bühne. Die Sage vom König Watzmann, dem Erbarmen fremd ist, der die Bauern drangsaliert und mit seiner wilden Jagd die Ernte vernichtet. Als sich ihm ein geschundener Bergbauernbub entgegenstellt, lässt er ihn, seinen Vater und die Schwester niedermetzeln. Die Mutter aber überlebt und verflucht den Watzmann. Seither ist der König ein kalter Bergriese, der den kargen Rest seiner Macht dazu nutzt, Wanderer in den Tod zu locken.

Und so sitzt der König Watzmann (Walter Herbst) in der von Arnold Böhm gemalten schroffen Bergkulisse und macht die Leut narrisch. Die Knechte (Meinrad Reiter und Christian Westner) können dem am leichtesten widerstehen. Auf den Berg raufsteigen, das wär anstrengend. Damit haben es die beiden nicht so, holladreidulljoh. Reiter steht bis zu den Waden in einem Kuhfladen und Westner tanzt wie der Lump am Stecken „Huraxdax“. Aber auf den Berg rauf?

Der Bua ist aber ganz klar gefährdet. Fabian Schluck pubertiert ihn trefflichst auf die Bühne, ein bisserl gschamig, ein bisserl frech, ein wenig draufgängerisch. Der Bauer alias Thomas Schachner hat’s nicht leicht mit dem Fratz. Von der antiautoritären Erziehung kommt das. Jeden Tag so fünf, sechs Watschen … Waren wahrscheinlich zu wenig. Der schiere Generationenkonflikt. Wenn sich die Mannerleut schon ums Esswerkzeug balgen müssen. „Des is dem Bauern sei Löffel! Und mit dem Bauern sein Löffel isst nur der Bauer und nit der Bua!“ Zumindest so lange, bis der Bauer den Löffel abgegeben hat.

Schachner gibt den schroffen, vom kargen Leben gezeichneten Mann, der seinem Sohn gegenüber väterliche Gefühle hegt, sie ihm aber nicht zeigen kann. Ein Mann eben. Das ständige Auf und Ab zwischen den beiden manifestiert sich in der Frage: „Auffi – oder nit auffi?“. Der Bua meint auf den Berg zu müssen, aber die Vernunft geböte, dass er unten bleibt, weil noch keiner zurückgekommen ist, den der König gerufen hat. Die Option, dass er auf seine Erstbesteigung verzichtet, hat solange Bestand, bis das ewig lockende Weib ins Spiel kommt. Da ist alles außer Erstbesteigung keine Option mehr. Die Gailtalerin, das Miststück ist’s. Die leibhaftige Sünd. Peter Mühlberger in Dirndl, rotem Unterrock und mit Brüsten. Diese Gailtalerin stößt ob ihrer Körperlichkeit keiner so leicht von der Bettkante. Eine Naturgewalt. Und singen kann sie auch noch, in einer musikantenstadlartigen, volksdümmlichen Touri-Nepplokalität samt DJ Ötzi (Fritz Graßl). Eine richtige Circe ist das – die komplette Stadlbesetzung fällt übereinander her, als sie den „Gnogltn Schuach“-Rock – auch bekannt als „Blue Suede Shoes“ von Carl Perkins – samt waghalsigen Rock’n’Roll-Tanzeinlagen hinzaubert. Jedenfalls verspricht sie sich dem Buam zum Lohn, wenn er den Berg unterkriegt. Und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Mit voller Wucht haut’s den Buam in die Schlucht, mit ganzer Gwalt haut’s den Buam in den Spalt. Erst Bua hin, dann Bauer hin. Mit dem Löffel ist keiner mehr. Drama.

Auffi aufn Berg oder nit auffi? Die Frage stellt sich doch gar nicht. Auf alle Fälle auffi auf den Baumburger Berg zum Schnoadsinger „Watzmann“.


Sommerfest mit Musik, Spiel und Tanz

Theaterer feiern am Gasthof Bernauer – Die Watzmann-Probe gefiel allen

7. Juli 2014. An die 100 Gäste waren zum Sommerfest der Theatergemeinschaft gekommen. Im Hof des Gasthauses Bernauer war ein gemütlicher Biergarten eingerichtet worden. Beim Freibier der Klosterbrauerei Baumburg und Schmankerln vom Grill herrschte schnell eine heitere und gelöste Stimmung. Diese war aber auch dem bislang sehr guten Probenverlauf des Alpenrusticals „Der Watzmann ruft“ zu verdanken. Regisseur Josef Unterforsthuber lobte in seiner Ansprache das große Engagement aller 30 Laienschauspieler und Musiker. Besonders betonte er die vielen Stunden, die seine Kollegen Wolfgang und Monika Kinzner sowie Elisabeth Lamprecht beim Einstudieren des monumentalen Stücks investiert hatten. „Dieses Sommerfest soll ein Abschluss nach den sehr gelungenen Probenwochen in Harpfing sein. Mit dem Gasthaus Bernauer hatten wir die idelae Übungsstätte. Im Saal wurden die Tanzstücke einstudiert, im Schützenstüberl konnten die Musiker ihre Stück proben und im Gastzimmer fanden die Textproben statt. Alles in allem eine runde Sache.“ Unterforsthuber kündigte an, dass kommenden Freitag die letzte Probe in Harpfing stattfinden wird. Am Samstag wird dann die Bühnen im historischen Gutshof in Baumburg aufgebaut werden, wo dann idealer weise bereits am Samstagabend die erste Probe stattfinden wird. Der Tanzboden für die Bühne wird vom Trachtenverein Schnaitsee zur Verfügung gestellt und am Sonntag unmittelbar nach dem Stadlfest der Trachtler nach Baumburg transportiert

Vorsitzender Thomas Schachner dankte vor allem dem Hausherrn Wast Bernauer, der sein Wirtshaus zur Verfügung gestellt hatte.

Gailtalerin und BuaVor der Feier überzeugten sich viele Zuschauer, unter ihnen Ehrenregisseur Franz Flötzl, von der Qualität der Probenarbeit. Auch der Organisator des Baumburger Kultursommers, Muk Heigl, lobte die Arbeit der Schnaitseer. „Das wird ein Knüller für Baumburg und die ganze Region. Ich wusste schon bei der Verpflichtung, dass ich mich auf die Schnaitseer Theatergemeinschaft verlassen kann.“

Noch bis weit nach Mitternacht herrschte reges Treiben in dieser Traditionswirtschaft, die für einige Monate von den Schnaitseer Theaterern wieder zum Leben erweckt wurde.

Karten für alle Vorstellungen Ende Juli und Ende August gibt es an den Verkaufsstellen des Baumburger Kultursommers, sowie in Schnaitsee im Autohaus Hauer 08074-323, bei Andrea Emmerer 08074-8465 und bei Josef Unterforsthuber 08074-9158075.

Autor: Josef Unterforsthuber


Für die „Watzmann“-Proben extra ein Wirtshaus angemietet

Schnaitseer Theaterer beleben leerstehendes Gasthaus in Harpfing – Vorstellungen in Baumburg ab 24. Juli – Auch diesmal die Handlung kreativ erweitert

7. Juni 2014. „Was ist bloß heute schon wieder beim Bernauer los?“ Diese Frage haben sich in den vergangenen Monaten vermutlich viele Harpfinger gestellt. Das Gasthaus steht seit mehr als acht Jahren leer – und plötzlich herrscht wieder Leben in allen Räumen. Die Schnaitseer Theatergemeinschaft hat nämlich das komplette Gasthaus für die Proben zum Alpenrustical „Der Watzmann ruft“ für mehrere Monate angemietet.

ProbenDrei bis fünf Mal die Woche wird dort geprobt. Im Saal wird getanzt, was das Zeug hält, die Musiker sind im Nebenzimmer zugange, und die Theaterspieler proben in der Gaststube ihre Szenen. „Ein ideales Probenareal. Hier können alle Gruppen gleichzeitig ihre Szenen, Lieder und Tänze erlernen und üben“, zeigt sich Regisseurin Monika Kinzner froh über diese Möglichkeit, die der neue Besitzer Wast Bernauer den Theaterern ermöglicht hat.

Da sich mit Wolfgang Kinzner, der die musikalische Leitung hat, Elisabeth Lamprecht, Monika Kinzner und Josef Unterforsthuber vier Regisseure um die verschiedenen Gruppen kümmern, sollte dieses Großprojekt der Theatergemeinschaft gut gelingen.

Die „Watzmann“-Aufführungen im Rahmen des Baumburger Kultursommers im historischen Gutshof zu Baumburg sind am 24., 25., 26. und 27. Juli sowie am 21., 22., 23., 28., 29. und 30. August.

In der vergangenen Woche wurden alle Gruppen im Saal zusammengefasst, damit sich während der Gesamtprobe jeder schon ein erstes Bild von der Szenerie auf der Bühne machen konnte. Ein enormes Arsenal an Musikinstrumenten kam dabei zum Einsatz: Zither, Ziach und Alphorn, Trompete, Posaune und E-Gitarre, Klavier, Schlagzeug, Saxofon und noch einige Instrumente mehr spielt das Musikerensemble mit Wolfgang Kinzner, Florian Fraitzl, Markus Inselsperger, Monika Kinzner, Elisabeth Lamprecht, Florian Jellbauer und Anna Wittenzellner. Aber natürlich stehen ihnen die Theaterspieler in nichts nach. Peter Mühlberger gibt eine „Gailtalerin“, wie man sie besser kaum interpretieren kann. Die Knechte Meinrad Reiter und Christian Westner sind an Skurrilität kaum mehr zu überbieten. Der Vater und der Bua, die drei schnatternden Mägde, Fritz Graßl als DJ Ötzi und flotte Tänzer mit sensationellen Choreografien runden das Bild ab.

Aber wer die Schnaitseer Theatermacher kennt, der weiß, dass sie sich mit der ursprünglichen Handlung eines Stücks nie zufrieden geben und immer noch eins oder zwei draufsetzen. Beim „Watzmann“ haben sie ein Vorspiel mit der schaurigen Sage vom König Watzmann und der Verwandlung zum Berg, so wie man ihn heute kennt, vorangesetzt. Dieser grausigen Szenerie folgt ein gar wundersamer Kontrast, wenn die Urlaubsgäste in einer fast zu idyllischen Landschaft mit St. Bartholomä im Hintergrund über den Königssee schippern und das Echo zu hören bekommen. Bei dieser Idylle setzt der Watzmann sein düsteres Gesicht auf, denn wie steht geschrieben? „Jeden holt er sich, der Watzmann.“

Dass auch ein (fast) echter Watzmann in Baumburg steht, ist den Malkünsten von Arnold Böhm zu verdanken, der zusammen mit Bühnentechniker Peter Emmerer eine sehenswerte Kulisse in den Gutshof zaubern wird.

Wegen der großen Nachfrage wird derzeit bereits ein Zusatztermin ins Auge gefasst.

Autor: Josef Unterforsthuber


Bericht von der Jahreshauptversammlung: Der Watzmann ruft in Baumburg

Das Angebot war zu verlockend: Die Schnaitseer Theatergemeinschaft wurde für den Kultursommer in Baumburg angefordert. Dem „Watzmann“, der dort gespielt wird, fällt allerdings in der Saison 2013/14 das Winterstück zum Opfer.

Im Sommer 2014 spielen die erfolgreichen Theaterer aus Schnaitsee das berühmt Alpenrustical „Der Watzmann ruft“ im Rahmen des Kultursommers in Baumburg. Dies gab der Vorsitzende der Theatergemeinschaft, Thomas Schachner, bei der Jahresversammlung bekannt. „Allerdings bleibt unsere künstlerische Heimat in Schnaitsee. Wir wollten uns nur dieses Angebot von Organisator Muk Heigl und der Brauerei Baumburg nicht entgehen lassen“, sagte der Vorsitzende. Der bei der Versammlung anwesende Heigl freute sich sehr über die Zusage aus Schnaitsee und zeigte sich überzeugt, dass die versierte Gruppe mit diesem bekannten Stück in Baumburg für Furore sorgen wird.

Um bestens vorbereitet dieses große Ereignis angehen zu können, wird im Winter auf ein Theater in Schnaitsee verzichtet. „Wir sind in allen Belangen an unsere Grenzen gestoßen. Um unser Niveau halten zu können, müssen wir im nächsten Januar eine Pause einlegen. Ob im Ensemble, bei der Regie oder bei der Bühnentechnik – der Zeitaufwand ist für die ehrenamtlichen Mitwirkenden enorm und fast nicht mehr zumutbar.“

Münchner im Himmel war Riesenerfolg

Damit kam er zum Rückblick auf den „Münchner im Himmel und in der Hölle“. Trotz der Umstellung auf reine Bestuhlung konnten die Kartenanfragen nicht alle bewältigt werden. „Aber nach 17 Aufführungen und fast 40 Probenterminen musste einfach Schluss sein. Das war für alle eine anstrengende, aber auch schöne Zeit.“ Schachner freute sich über die zahlreichen sehr positiven Meldungen die nach den Besuchen per Mail, per Post oder einfach nur im Gespräch zu ihm drangen.

Schriftführerin Franziska Edlmann ließ das Vereinsjahr noch einmal aufleben. Dabei zeigte es sich, dass die Theatergemeinschaft auch im Dorfleben fest verwurzelt ist. Ob bei Festen, oder beim Matthäusmarkt mit dem Kasperltheater, ob beim Drachenbootrennen oder beim Maibaumfahren – der Verein war immer mit dabei.

Der Kassenbericht von Walter Scheitzeneder, der nach der Eintragung ins Vereinsregister dieses Mal nur acht Monate umfasste, zeigte ein kleines Minus auf. Dieses konnte aber bei dem stattlichen Polster, das durch unzählige ehrenamtliche Stunden geschaffen wurde, verkraftet werden.

Kartenvorverkauf wird überarbeitet

Im Ausblick auf die nächsten Jahre stellte Schachner fest, dass der Kartenvorverkauf überarbeitet werden muss, da bei mehreren Tausend Bestellungen Andrea Emmerer und Josef Unterforsthuber ihn in dieser Weise fast nicht mehr bewältigen können. „Außerdem haben wir das Regieteam erweitert. Monika Kinzner, Elisabeth Lamprecht und Wolfgang Kinzner, der besonders für die musikalische Gestaltung zuständig ist, haben wir zur Unterstützung von Romy Kinzner und Josef Unterforsthuber gewinnen können“, freute sich Schachner.

Autor: Josef Unterforsthuber


Januar 2013: Ein Münchner im Himmel und in der Hölle

Vom Weiß Ferdl bis zur Spider Murphy Gang

Bild Muenchner im Himmel

Großes vorgenommen haben sich wieder die Aktiven der Schnaitseer Theatergemeinschaft: Ab 30. Dezember bringen sie den „Münchner im Himmel“ auf die Bühne beim „Schnaitseer Wirth“. Wer die Inszenierungen der Schnaitseer kennt, der weiß, dass es nicht bei der im Textheft vorgeschlagenen Handlung bleibt, sondern dass ein paar spezielle Schmankerl in schauspielerischer und musikalischer Hinsicht dazu kommen.

„Der Münchner im Himmel“ stammt aus der Feder von Ludwig Thoma und wurde von Alfons Schweiggert zu einem abendfüllenden Theaterstück erweitert, das jetzt die Schnaitseer Regisseure Romy Kinzner und Josef Unterforsthuber passend für ihre Bühne bearbeitet haben. Dabei kommt Münchner Liedgut aus mehreren Generationen zum Einsatz. Vom Weiß Ferdl bis hin zur Spider Murphy Gang sind Münchner Originale integriert. Bei den Schnaitseern wird die Handlung um eine bekannte Münchner Trambahnfahrt und den Boandlkramer erweitert, Alois Hingerl macht einen Höllentrip und wacht völlig verwirrt in seinem geliebten Hofbräuhaus auf.

Auch bei der Bühnengestaltung haben sich die Schnaitseer wieder ins Zeug gelegt. Dazu stellte die Klosterbrauerei Baumburg ihre Kulissen, die heuer für das 400-Jährige angefertigt wurden, zur Verfügung. Zudem sorgen technische Raffinessen dafür, dass sich die Zuschauer unmittelbar zusammen mit den Schauspielern im Himmel, in der Hölle oder im Hofbräuhaus fühlen.

Mit Christian Westner ist die Hauptrolle des Alois Hingerl optimal besetzt. Aber auch die anderen Rollen sind glänzend besetzt, so dass einem erneuten Theatererlebnis in Schnaitsee nichts im Wege steht. Der Saal wird wieder theatergerecht bestuhlt, und vor und nach den Aufführungen wird bewirtet, wie es im echten „Hofbräuhaus“ nicht besser sein könnte.

Autor: Josef Unterforsthuber

Die Personen und ihre Darsteller:

Alois Hingerl – Christian Westner
Zenzi, seine Frau – Roswitha Behr
Kathi, Bedienung im Hofbräuhaus – Andrea Emmerer oder Anita Meisl
Sepp, Freund des Alois – Walter Herbst
Rosi, leichtes Mädchen – Kathi Hölzl
Boandlkramer – Florian Fraitzl
Erzengel Michael – Fabian Schluck
Petrus – Josef Schluck
Engel Ambrosius – Anna-Maria Hangl
Sparifankerl – Bernd Waldmann
Pfuiteife – Remus Heigl
Luzifer – Thomas Schmidinger
Trambahnschaffner – Fritz Graßl
Regie – Romy Kinzner & Josef Unterforsthuber


FreiluftVampertinger

August 2012: Freiluftpremiere in Baumburg

Eine Fetzngaudi mit den Vampertingern: Theatergemeinschaft Schnaitsee lässt’s beim Baumburger Kultursommer krachen – Und das Alphorn bläst Bonanza

Die hauen richtig rein, die Schnaitseer. Erst sorgen sie mit ihrem Film „Es schmeckt nach Leb’n“ für Besucherrekorde in den heimischen Kinos, dann spielen sie in Baumburg auf der Kultursommer-Bühne auf, als sei sie für sie – und nur für sie gemacht worden. Unnötig zu erwähnen, dass der Innenhof des historischen Gutshofs zur Freiluft-Premiere von „Die Vampertinger“ natürlich rappelvoll war.

Es ist ein großes Gaudium, das „bayrische Grusical“ von Gerlinde Wöhrl. Die Theatergemeinschaft Schnaitsee hat sich ein Stück ausgesucht, mit dem es die ausgetretenen Komödienstadl-Bauerntheater-Pfade hinter sich lassen kann. Keine Magd, kein Großknecht, kein Großvater, kein Bauer, keine nostalgische Schilderung des unverdorbenen Landlebens, wie es niemals war. Brauchen die alles nicht. Die Schnaitseer Theaterer nehmen sich einen Stoff vor, von dem von vornherein klar ist: Das ist eigentlich ein gscheiter Krampf. Vampertinger. Eine Kreuzung zwischen Vampir und Wolpertinger.

Gut, der Krampf ist nicht größer als in „Bis(s) zum Morgengrauen“. Aber lustiger. Weil die Theatergemeinschaft richtig Spaß am Spielen hat. Wenn die Grundhandlung derart irreal ist, dann kann man halt ordentlich hinlangen. Da kann’s durchaus vorkommen, dass die Alphornbläser im ersten Stock aus den offenen Fenstern „Bonanza“ blasen. Weil’s grad so schön passt, oder auch nicht. Eine Fetzngaudi.

Überhaupt: Es wird viel musiziert – auf der Bühne, hinter der Bühne, neben der Bühne. Wo grad Platz ist. Da eine zünftige Blasmusik, dort ein wohltemperierter vierstimmiger Männergesang, hier eine geläufige Zithermelodie. Klar: Grusical kommt von Musical, selbstverständlich wird da gesungen, gezithert und geblasen.

Die Handlung des Stücks? Ist zwar zweitrangig, aber vorhanden. Hauptsächlich sind „Die Vampertinger“ eine abendfüllende Gelegenheit für Schauspieler und Zuschauer, unbeschwert Spaß zu haben. Die Wolpertingerin (Anita Meisl) verschaut sich in den Vampir Graf Krolock (Josef Rieperdinger), der sein Schattendasein in Transsylvanien satt hat. Weil er sich zurückverschaut, kommt’s wie’s kommen muss, auch wenn’s Bluthardt, der Geist des Berges (Thomas Schachner), gar nicht leiden kann: Ruckzuck sind fünf Kinder da – Kare (Wolfgang Kinzner), Lucke (Robert Huber), Grole (Fabian Schluck), Fonse (Thomas Schmidinger) und Zenzi (Maria Lamprecht). Besagte Vampertinger, vier Burschen, ein Dirndl. Die haben Probleme. Wie andere Heranwachsende eben auch. So ähnlich zumindest. Sie pubertieren, sind frech, nicht zu bändigen. Und sie wollen unbedingt Preißnzuzln. Also ein bisserl anders als die üblichen Pubertierenden. Sie schnappen sich zwei Sommerfrischlerinnen samt Fremdenführer und saugen sie aus.

Das muss zu Verwicklungen führen, weil die nervigen Adventuretrip-Touristinnen – man mag’s kaum glauben – tatsächlich vermisst werden. Schadet dem Tourismus, wenn Urlauberinnen blutleer rumliegen. Da macht man schon mal auf Vampertinger Jagd und stellt den einen oder den anderen ausgestopft ins Heimatmuseum. Mit Hilfe der Durlhex (Elisabeth Lamprecht), die in ihrem früheren Leben verbrannt wurde, heute aber für ihre Schandtaten eher ins Fernsehen käme, werden alle zwischenzeitlich im Orkus Weilenden wieder zum Leben erweckt und alles geht gut aus. Sogar für die Vampertingerin Zenzi und ihren Fremdenführer Hias (Remus Heigl). Und für die beiden Polizisten, von denen der eine die Durlhex und der andere endlich einmal ungestraft gesagt bekommt, was er ist. Wenn Schnaitsee tatsächlich einmal eine Landgendarmerie benötigen sollte: Mit Hans Gmeindl und Meinrad Reiter steht die Traumbesetzung schon fest. Die Sennerin (Roswitha Behr) findet ihr Rindvieh, ohne dass das wesentlich wichtig wäre. Eine Fetzngaudi.

Autor: Andreas Falkinger

Januar 2012: „Das Königlich Bayerische Amtsgericht“

Raufereien, derbe Sprüche und beste Stimmung

Wohl ganz im Sinne des Schriftstellers Georg Lohmeier dürfte die Premiere des „Königlich Bayerischen Amtsgerichts“ in Schnaitsee gewesen sein. Die Regisseure Romy Kinzner und Josef Unterforsthuber haben es geschafft, die typisch lohmeierschen Charaktere aus den Jahren nach 1900 auf die Bühne beim „Schnaitseer Wirth“ zu bringen.

Die Theatergemeinschaft hat schon beim Bühnenbau nicht nur quantitativ Unglaubliches geleistet, auch die Ausstattung zeugt von einer großen Detailgenauigkeit. Dass sich auf einer perfekten Bühne auch gut spielen lässt, zeigten die 33 Laienschauspieler. „Vielleicht sind dem einen oder anderen Zuschauer die Ausdrücke gelegentlich zu derb. Aber genau diese etwas gröberen Charaktere sind ein Merkmal der einfacheren Schichten der damaligen Zeit. Hier haben wir uns ganz an die Vorlage von Georg Lohmeier gehalten“, sagen die beiden Regisseure. Ein Markenzeichen sind in Schnaitsee auch die musikalischen Einlagen und das bayerische Liedgut, die eine Bereicherung der Handlung bedeuteten.

Die Zuschauer waren sich einig: „Ein wahrer Genuss für Augen und Ohren. Es ist jedes Jahr wieder eine neue Sensation, was die Schnaitseer Theaterer auf die Bühne bringen. Von der ersten Minute an bis zum letzten Vorhang – ein Genuss.“

Bei den beiden Verhandlungen auf der Bühne bringen die Angeklagten Richter Stierhammer (Hans Gmeindl, der mit dieser Leistung seinem Vorbild Hans Baur aus der TV-Fassung sehr nah kommt) schier zur Verzweiflung. Auch der Staatsanwalt, ein penibler preußischer Zeitgenosse (Leonhard Hangl), hat seine liebe Mühe. Dafür lässt sich der Wachtmeister (Josef Rieperdinger) durch nichts aus der Ruhe bringen.

Im ersten Fall ist Kuppelei der Tatbestand. Der Veitl (Christian Westner in einer Paraderolle) soll die Rösser des Nierlinger und des Freimelhubers vertauscht haben. Die betrunkenen Bauern landeten dann auch noch in den Ehebetten ihrer Frauen, aber halt jeweils bei der verkehrten. Es droht Zuchthaus. Erst der Ökonomierat bringt die Aufklärung.

Dann kommt es zu einem Spektakel, wie es das noch selten im Festsaal beim „Wirth“ gegeben hat. Der Hochzeitslader (Fritz Graßl) lädt zur Hochzeit. Die Jungfrauen verteilen die Hochzeitsbüschel im Saal. Alles deutet auf ein fröhliches Fest hin – wenn da nicht der eifersüchtige Jäger (Remus Heigl) wäre. Er benützt den ahnungslosen Invaliden Ingerl (Meinrad Reiter nimmt man das verkommene Subjekt voll ab) als Handlanger.

Dann spielt die Musik mit Florian Jellbauer, Wolfgang Kinzner, Karina Köhldorfner, Fabian Schluck und Bernd Waldmann, und die Stimmung ist bestens. Das Kranzlpaar singt aber ein gefährliches Lied. Denn auch Jäger sind im Wirtsgarten: „Zerscht singans no Gstanzl, nachat werns oiwei g‘scherter und nachat werd grafft. Oisand han dabei und aa da Hochzeiter is nimmer zum Hoiten.“ Der Hochzeitslader hat seine Mühe, alles wieder in den rechten Ablauf zu bringen. Es wird geplattelt und getanzt. Nach der Suppe kommt der Dank, und dann geht es los. Die Zuschauer wussten gar nicht mehr, wo sie zuerst hinschauen sollten. Nur ein Plumpsklo stand zur Verfügung, und natürlich viele Bäume im Garten.

Diese Sache musste natürlich vor den Richter kommen. Angeklagt waren der Invalide und der eifersüchtige Jäger. Beide rückten aber nicht so recht mit der Sprache raus. Auch der Apotheker und die Wirtin konnten nicht für die Aufklärung kommen. Erst nach der Versöhnung mit der Braut rückte der Jäger in einem bayerischen Lied damit heraus.

Autor: Josef Unterforsthuber

Die Personen und ihre Darsteller:

Richter Stierhammer – Hans Gmeindl
Staatsanwalt – Leonhard Hangl
Wachtmeister – Josef Rieperdinger
Veitl – Christian Westner
Hochzeitslader – Fritz Graßl
eifersüchtiger Jäger – Remus Heigl
Invalide Ingerl – Meinrad Reiter
Musikanten – Florian Jellbauer, Wolfgang Kinzner, Karina Köhldorfner, Fabian Schluck & Bernd Waldmann
Regie – Romy Kinzner & Josef Unterforsthuber

Dezember 2010: Vorpremiere „Die Vampertinger“

Mitreißendes Spiel, gefühlvolle Lieder

Ausgesprochen gelungen war die Vorpremiere zum neuen Stück der Schnaitseer Theatergruppe „Die Vampertinger“ im Saal beim „Schnaitseer Wirth“. „Da dürfen sich die Theaterbesucher auf ein richtiges Theaterspektakel freuen. Was uns heute die Schauspieler an sprühenden Szenen, begleitet von wunderbaren Musikstücken, sowie schönen und gefühlvollen Liedern beschert haben, kann sich für eine Laienspielbühne wahrlich sehen lassen“, zeigte sich ein auswärtiger Theaterspieler höchst beeindruckt vom Erlebten. Wenngleich vielleicht noch die eine oder andere Korrektur in den beiden anstehenden Proben notwendig ist, war die Probeaufführung schon nahe an der Perfektion.

„Aber auch gerade deswegen machen wir seit zwei Jahren diese Vorpremiere, um die Reaktionen des fachkundigen Publikums zu testen und um gegebenenfalls noch darauf reagieren zu können“, zeigte sich Regisseurin Romy Kinzner vom Wert einer solchen Vorpremiere überzeugt. „Noch dazu, da wir heuer mit Remus Heigl, Elisabeth und Maria Lamprecht, Robert Huber und Wolfgang Kinzner fünf neue Schauspieler in unser bewährtes Ensemble integriert haben.“

Das Quintett zeigte eindrucksvoll zusammen mit seinen Kollegen, dass es nicht nur seine Musikinstrumente beherrscht, sondern auch toll singen kann und in der Mimik und in der Charakterisierung der Rollen Höchstleistung bringt. Sehr positiv bewerteten die Besucher auch die Besetzung der Nebenrollen. Ob nun Roswitha Behr als Sennerin, Sabrina Seidl und Vroni Moser als Sommerfrischlerinnen, die routinierte Maria Fischer als Museumswärterin oder Thomas Schachner als Berggeist – alle lebten sie ihre Rollen und holten bis ins Detail alles heraus.

Einen Vampir, wie er im Buche steht, mimte Josef Rieperdinger, der als anfänglicher Blutsauger alter Schule sich zu einem bayrischen Geschöpf der Nacht entwickelt. Ein Hingucker ist sein Rückfall in alte Zeiten, als er die Museumsleiterin mit gekonntem Biss in das Dunkel der Wollust befördert. Herzerfrischend sind die Auftritte von Thomas Schmidinger und von Fabian Schluck als jüngere Vampertinger.

Die beiden etwas seltsam anmutenden Polizisten scheinen alles im Griff zu haben. In ihrer perfekt auf die Bühne gebrachten Einfältigkeit werden Hans Gmeindl und Meinrad Reiter von den Sagengestalten auf dem Berggipfel ein ums andere Mal verarscht. Über allem steht die Wolpertingerin: Anita Meisl als strenge, gut aufgelegte, aber auch immer besorgte Mutter, sorgt dafür, dass es ihrer Familie an nichts fehlt.

Schwerstarbeit haben bei diesem Stück nicht nur die Maskenbildnerinnen Anita Traunsteiner, Martina Liegl, Marina Aicher und Anita Söll zu verrichten, sondern auch die Licht- und Tontechniker. Ein spektakulärer Effekt folgt dem anderen, Fritz Graßl, Leonhard Hangl und Christian Dürnegger bekommen dabei fast keine Atempause.

Den Gästen der Vorpremiere fiel auch das aufwändige und sehenswerte Bühnenbild positiv auf. Aber dafür ist die Schnaitseer Bühne schon seit Jahren bekannt, so dass auch heuer die Bergkulisse, die Peter Emmerer, Martin Traunsteiner und Fritz Graßl sen. auf der Bühne konstruiert hatten, nicht mehr verwunderte.

Autor: Josef Unterforsthuber

Die Personen und ihre Darsteller:

Bluthardt, Geist des Berges – Thomas Schachner
Wolpertingerin – Anita Meisl
Vampir Graf Krolock – Josef Rieperdinger
Kare – Wolfgang Kinzner
Lucke – Robert Huber
Grole – Fabian Schluck
Fonse – Thomas Schmidinger
Zenzi – Maria Lamprecht
Durlhex – Elisabeth Lamprecht
Sennerin – Roswitha Behr
Zwei Sommerfrischlerinnen – Vroni Moser & Sabrina Seidl
Hias, Fremdenführer – Remus Heigl
Zwei Polizisten – Hans Gmeindl & Meinrad Reiter
Leiterin des Heimatmuseums – Maria Fischer
Souffleuse und Maske – Anita Traunsteiner
Licht- und Tontechnik – Christian Dürnegger, Leonhard Hangl & Fritz Graßl
Regie und Bearbeitung – Romy Kinzner & Josef Unterforsthuber
Maske – Marina Aicher, Martina Liegl, Christa Pichler & Anita Söll
Bühnentechnik – Peter Emmerer, Fritz Graßl sen. & Martin Traunsteiner

Januar 2010: Der Geisterbräu

Rettung nur, wenn der Bräu umgeht…

Einen Erfolg hat die Theatergemeinschaft mit der Premiere des „Geisterbräu“ beim Schnaitseer Wirth verbucht. Nach der Aufführung sparten die Gäste nicht mit Lob: „Wir kommen aus der Oberpfalz und verbringen zum Jahreswechsel immer ein paar Tage in Wasserburg. Dabei lassen wir uns das Theater in Schnaitsee nie entgehen. Hier wird uns immer ein Theatererlebnis geboten – so auch heute Abend.“ Auch Gäste aus München zeigten sich bestens unterhalten: „Hier wird authentisches boarisches Theater geboten mit unverfälschter Sprache und Volksmusik. So was findet man in der Stadt nicht mehr.“

Genau auf diese Komponenten legen die Regisseure hohen Wert. Neben der soliden schauspielerischen Leistung, die das Ensemble seit Jahren bietet, wird besonders auf die echte oberbayerische Sprache geachtet.

GeisterbraeuSchon beim Trauerzug – angeführt von den Musikanten Jörg Schmitt, Wolfgang Kinzner, Florian Jellbauer und Bernd Waldmann – wird das Publikum eingefangen. Die Beerdigung trieft vor komischer Trauer. Die absurde Rede des Veteranenvorstands (Christian Westner) setzt dem Ganzen die Krone auf. Das Leichenmahl mit den „lieben“ Verwandten Romy Kinzner, Maria Fischer, Franz Rieperdinger und Josef Unterforsthuber artete beinah in ein Gelage aus, als die fesche Lola (Sabrina Seidl) ins Gastzimmer stürmt, um ihren Mäzen zu betrauern. Peinlich, peinlich…

Um die marode Brauerei zu retten, hecken der Braumeister (Thomas Schachner), der Schäfer (Meinrad Reiter) und unfreiwillig der Totengräber (Josef Rieperdinger) einen Plan aus: Der Bräu muss umgehen.

Im Metzgerladen wird das Geschehen von den Dorfratschen (Elisabeth Lamprecht, Anita Meisl, Silvia Schex und Roswitha Behr) diskutiert und viel Neues dazu erfunden. Das Ganze kommentiert der Kaminkehrer (Fabian Schluck) mit dem Lied „Do steh‘n de oiden Weiber im Metzgerlod‘n beinand“.

Nach dem Besuch des Gerichtsvollziehers (Hans Westner) zieht sich die gutsituierte höhere Gesellschaft (Walter Scheitzeneder, Michael Schildhauer, Leonhard Hangl) von der Witwe (Andrea Emmerer) zurück. Nur der Braumeister steht zur Wirtin. Als auch die Geschäftsfreunde des verstorbenen Bräus (Fritz Graßl, Anton Lamprecht, Walter Herbst, Hans Gmeindl) ihre ausstehenden Gelder zurückfordern, scheint alles aus zu sein. Da muss der Bräu noch einmal geistern. In einer furiosen Schlussszene hat die Bedienung (Vroni Moser) allerhand zu tun, um alle mit Bier zu versorgen.

Mit zu den Höhepunkten des Theaterabends gehören das Liebeslied „Wie‘s nachat Zeit is“ mit Andrea Emmerer und Thomas Schachner, das Lied von Fritz Graßl „Und wann i amoi gstorb‘n sollt sei“ beim Leichenmahl, das Geisterlied „Da Teife und der Tod“ von Josef Rieperdinger und Meinrad Reiter und das Lied der „Feschen Lola“ von Sabrina Seidl.

Autor: Josef Unterforsthuber

Die Personen und ihre Darsteller: 

Bräu-Witwe – Andrea Emmerer
Braumeister – Thomas Schachner
Schäfer – Meinrad Reiter
Totengräber – Josef Rieperdinger
die „lieben“ Verwandten – Romy Kinzner, Maria Fischer, Franz Rieperdinger & Josef Unterforsthuber
Dorfratschen – Elisabeth Lamprecht, Anita Meisl, Silvia Schex & Roswitha Behr
Geschäftsfreunde des Bräus – Fritz Graßl, Anton Lamprecht, Walter Herbst & Hans Gmeindl
Honoratioren – Walter Scheitzeneder, Michael Schildhauer & Leonhard Hangl
Veteranenvorstand – Christian Westner
Kaminkehrer – Fabian Schluck
Gerichtsvollziehers – Hans Westner
die fesche Lola – Sabrina Seidl
Bedienung – Vroni Moser
Musikanten – Jörg Schmitt, Wolfgang Kinzner, Florian Jellbauer & Bernd Waldmann
Regie: Romy Kinzner & Josef Unterforsthuber

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